Sanierputz

Bei Kalk-, Kalkzement- und Gipsputzen ist ein kapillarer Feuchtigkeitstransport zur Oberfläche ungehindert möglich. Mit dem Wasser werden darin enthaltene Salze an die Verdunstungsoberfläche geführt und kristallisieren dort aus.
(s. Bild 1)

Bei einem kapillar weitestgehend inaktiven Zementputz wird weniger Wasser aufgenommen. Es staut sich hinter diesem Putz und verursacht so eine höhere Durchfeuchtung des Mauerwerks. Das sich dort anstauende Wasser sucht andere Verdunstungsflächen und verursacht erneut Schäden.

 

 

Bei einem Sanierputz nach WTA* wird die Verdunstungsoberfläche zwischen dem Mauerwerk und dem Putz hergestellt. Der Sanierputz hat ein sehr hohes Porenvolumen (> 40%). Aufgrund des hydrophobe eingestellten Sanierputzes kann Feuchtigkeit nur wenige Millimeter tief in den Putz eindringen, danach kann ein Wassertransport nur noch auf dem Diffusionsweg erfolgen. Die dabei auskristallisierenden Salze können in den Poren des Putzes aufgenommen werden. Die Putzoberfläche bleibt trocken und vermittelt einen optische einwandfreien Zustand (s. Bild 2).

Die Lebensdauer des Putzes ist abhängig vom zur Verfügung stehenden Porenraum und der Menge des Salzeintrages.

 

Es ist mit Sanierputzen nicht möglich, Mauerwerke trockenzulegen.

Sanierputz kann als flankierende Maßnahme bei nachträglichen Horizontalsperren erforderlich werden.

* WTA: Wissenschaftlich-Technische Arbeitsgemeinschaft für Bauwerkserhaltung & Denkmalpflege e.V.